Tour de Barelang / Six Bridges Race

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135 km / 1200 hm
Rider:
Singapore-Pädi

Connect-Garmin
Rangliste
Six Bridges Race
Race Report 1
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Samstag, 16. Mai – 04.45 – der Wecker schrillt. Die Augen sind noch müde von der kurzen Nachtruhe, der Kopf ist schon hellwach: heute geht`s an mein erstes reines Velorennen. 135km mit 1200hm bei über 35 Grad in Batam, Indonesien.

Die “Greyhounds” die mir als Schlappi während meiner Zeit hier in Singapore Velo-Asyl gewähren, haben sich in der langsamsten der drei Kategorien angemeldet. Trotzdem hallen die Warnungen, die die letztjährigen Teilnehmer bereits kund getan haben nach: Brutal steile Anstiege, extrem heiss und feuchtes Wetter, lockere erste Hälfte des Rennens, aber ultra schnelle zweite Hälfte und so weiter. Nun gut, so schlimm kann`s ja nicht werden denke ich, im schlimmsten Fall hänge ich mich halt einfach hinten rein und lasse mich an die Ziellinie “ziehen”, dachte ich.

Nun ja, dass Vorstellungen und Realität nicht immer miteinander einher gehen sollte ich spätestens nach dem Rennen wieder einmal erfahren haben.

Mit der Fähre geht`s zunächst von Singapore nach Batam, alles tip top organisiert und nach nicht mal einer Stunde stehen wir bereits im Schatten des Startgeländes. Es wird gecremt was das Zeugs hält: die dünne weisse Creme auf Arme und Beine, gegen die Sonne, die dickere Creme an die Stellen die die nächsten 4 Stunden mit dem Sattel im Kontakt sind. Der Schweiss tropft einem bereits runter, ohne sich auch nur im geringsten zu Bewegen, ein Blick auf den Garmin verrät: 33 Grad!

Punkt 9 Uhr ertönt der Startschuss. Zunächst geht es 12Km zur Stadt hinaus: die Polizei im Auto vorne weg, die zahlreichen Motorrad-Polizisten redlich bemüht dem ganz normalen Verkehrswahnsinn in Indonesien Herr zu werden. Trotzdem passiert es immer wieder dass plötzlich eine Familie (meist zwei Erwachsene mit ihren zwei Kleinkinder) auf ihrem Motorrad inmitten unseres Peloton auftauchen. Nach mittlerweile 2+ Jahren in Asien hat man sich so eine gewisse Ruhe angeeignet wenn es um den Strassenverkehr geht….

Nach diesen 12 Kilometern wird das Rennen offiziell frei gegeben und das Tempo steigt rasant auf über 33km/h an. Es geht nicht lange bis die ersten, sehr imposanten, Brücken auftauchen die all die kleineren und grösseren Inseln mit einander verbinden. Es geht auch nicht lange bis die ersten wirklich sehr steilen Rampen auf uns warten. Meist nur 200 – 300 Meter lang sind sie doch giftig genug um einem die Säure in die Beine zu treiben. Je weiter wir fahren desto schöner wird die Landschaft: links Hügel und Reisfelder, rechts das Meer. All zu viel Zeit für die Natur bleibt jedoch nicht, da man sich ganz schön konzentrieren muss in mitten des Pulks: erstens um Unfälle zu vermeiden, zweitens um nicht plötzlich vom Hauptfeld abgehängt zu werden.

Nach 65 km der Wendepunkt: Singapore-Schlappi-Greyhound Patrick lässt sich etwas zurückfallen um Verpflegung aufzunehmen und genau in diesem Moment folgen die ersten Attacken. Schwupps und die Spitze ist weg.

Vergeblich versuchen wir zu dritt wieder Anschluss zu fassen, immer grösser wird der Abstand und immer mehr Fahrer fallen aus der ersten Gruppe weg und fahren nun ihr ganz eigenes Rennen. Mit einer gehörigen Portion Frust im Bauch bin nun auch ich die meiste Zeit alleine unterwegs. Nach 95km geht der Ofen aus: Müde vom alleine fahren, müde von den mittlerweile 37 Grad und müde von den nicht mehr endenden wollenden Anstiegen pedale ich die letzten 40km relativ gemächlich zurück in`s Ziel. Zum Glück überrascht uns kurz vor Ende noch ein Gewitter – ich kann mich nicht erinnern jemals so viel Freude an Regen gehabt zu haben! Die Hitze war mittlerweile so brutal, dass ich mir den Inhalt der Bidons über den Kopf geschüttet habe um wenigstens ein bisschen Kühlung zu haben.

KO und kurz davor das Velo einem Einheimischen zu verschenken erreiche ich das Ziel. Auch hier alles top organisiert: Getränke, Essen und so etwas wie Duschen stehen bereit.

Die Rückreise nach Singapore zieht sich dann allerdings noch etwas in die Länge, da die Velos nicht alle auf den Lastwagen zum Hafen passen. Aber ehrlich gesagt ist das mittlerweile egal, denn der Duty-Free Shop im Fährhafen verkauft BIER! Nach der zweiten Dose und mittlerweile wieder auf der klimatisierten Fähre, döse ich weg. Es erscheint mir ein kalter grauer November Tag in der Schweiz – ach wie herrlich! (Text: Pädi)

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